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Blogbeitrag14.12.2018

Der Fontane-Code

Philologischer Hackathon

 (öffnet Vergrößerung des Bildes)Bild: TFA

Literarische Kunstwerke als Daten zu begreifen, zu beobachten, zu bearbeiten, zu analysieren und – auch visuell gestaltend – zu interpretieren, wandelt sich derzeit vom Affront der Philologie zu einem zwar noch ungewöhnlichen, aber möglichen philologischen Handwerk: zum Handwerk einer digitalen Philologie, das wiederum für die Philologie gar nicht so ungewöhnliche Praktiken in den Vordergrund rückt wie etwa das Zählen, das Vergleichen, das Ordnen, das Strukturieren. 

Zum eher Ungewöhnlichen dieses Handwerks gehört, dass es in der Regel interdisziplinär und kollaborativ betrieben wird: Die digitalphilologische Arbeit an Daten, an Korpora erfolgt in ungewohnten geisteswissenschaftlichen Sozial- und Interaktionsformen, bei denen der kollektive Arbeitsgruppencharakter im Vordergrund steht.

Bild: TFA
Die Teilnehmer*innen des Hackathons bei der Arbeit

Diesen Gedanken wollen wir aufgreifen und ausweiten: Für und im Zuge des (computer-)philologischen Hackathons »Der Fontane Code« verwandelte sich das Theodor-Fontane-Archiv (TFA) zu einem geisteswissenschaftlichem Labor, einem Humanities Lab (dem TFA.LAB), in dem interdisziplinäre Teams aus Philologie, Informationswissenschaften, Computerlinguistik, aus Design und Gestaltung auf kuratierten Daten zu Theodor Fontanes Werken und Schriften digitale Analysen durchführten, ihre Methoden und Ergebnisse miteinander diskutierten und sich in Interpretationen dieser Ergebnisse versuchten.

Ein festes Programm gab es nicht. Nur einen Raum gemeinsamen Fragens: Wie rechnet sich Fontane? Was zeigt sich, wenn wir seine Schriften als Daten betrachten, bearbeiten, analysieren? Was für Strukturen, was für Muster lassen sich erkennen? Und was fangen wir mit diesen Strukturen, Mustern an – was können sie uns sagen, was können wir dazu erzählen? Und was eigentlich wäre ›Der Fontane-Code‹? 

Teilnehmer*innen

Andjelka Antonijevic (Univ. Basel) – Anke Reintsch (FH Potsdam) – Anna Busch (Univ. Potsdam) – Anneke Siedke (Univ. Potsdam) – Berenike Herrmann (Univ. Basel) – Christian Ziesmer (Univ. Potsdam) – Christoph Rohrer (Univ. Basel) – Christopher Kittel (Wien) – Frank Fischer (HSE Moskau)– Heike Gfrereis (Univ. Stuttgart)– Katharina Schneider (BKG Potsdam) – Kristina Genzel (Univ. Potsdam) – Lena Keil (Univ. Potsdam) – Luisa Billepp (Univ. Potsdam) – Markus Paluch (Univ. Göttingen) – Mona Mia Kurz (Univ. Potsdam) – Nils Reiter (Univ. Stuttgart) – Peer Trilcke (Univ. Potsdam) – Ronald Weller (Univ. Göttingen) – Sabine Seifert (Univ. Potsdam) – Sandra Murr (Univ. Stuttgart) – Sarah Schulz (Univ. Stuttgart) – Tabea Klaus (FH Potsdam) – Tim Strohmayer (Univ. Stuttgart)

Ergebnisse

Der Hackathon zielte auf ein erstes Endprodukt in Form eines Posters, das noch während der Veranstaltung auf einem A0-Plotter gedruckt und zum Abschluss in einer kleinen Ausstellung präsentiert wurde. Nach dem Hackathon wurden darüber hinaus von einigen  der teilnehmenden Teams Artikel ausgearbeitet, die im Dezember 2018 im Heft 106 der Fontane Blätter publiziert wurden.

Impressionen