Pressemitteilung10.03.2020

»Kulturen des digitalen Gedächtnisses«

Eine der weltweit größten Konferenzen der Digital Humanities-Community wird 2021 in Potsdam stattfinden. Die Universität Potsdam, unter maßgeblicher Beteiligung des Theodor-Fontane-Archivs, und die Fachhochschule Potsdam haben sich erfolgreich um die gemeinsame Austragung der Jahrestagung des Verbandes »DHd – Digital Humanities im deutschsprachigen Raum« im März 2021 beworben. Die seit 2014 ausgerichteten DHd-Tagungen zählten zuletzt über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das noch junge, interdisziplinäre Forschungsfeld der Digital Humanities (DH) widmet sich den Gegenständen und Fragen der Geisteswissenschaften mit digitalen Methoden und reflektiert die digitale Transformation unserer Gesellschaft.

Die »DHd2021«, die vom 15. bis zum 19. März 2021 auf dem Campus Kiepenheuerallee (Fachhochschule Potsdam) und dem Campus Griebnitzsee (Universität Potsdam) stattfinden wird, steht unter dem Motto »Kulturen des digitalen Gedächtnisses«. Als Kulturpartner konnte das renommierte Potsdamer Museum Barberini gewonnen werden.

»Kulturen beruhen auf Erinnerung, auf Praktiken der Speicherung und der Überlieferung. Die Digitalisierung hat kaum absehbare Folgen für diese grundlegenden Kulturtechniken. Den Potenzialen digitaler Gedächtniskulturen wie auch deren Kehrseite, etwa dem digitalen Vergessen, wollen wir auf der DHd2021 nachgehen«, sagt Prof. Dr. Peer Trilcke, Sprecher des »Netzwerks für Digitale Geisteswissenschaften« der Universität Potsdam und Leiter des Theodor-Fontane-Archivs. »Gedächtniseinrichtungen wie Bibliotheken, Archive oder Museen befinden sich derzeit in einem umfassenden Wandlungsprozess, der ganz neue Forschungs- und Nutzungsszenarien ermöglicht, aber auch besondere Herausforderungen birgt«, erläutert Prof. Dr. Heike Neuroth, Professorin für Bibliothekswissenschaft an der Fachhochschule Potsdam, die gemeinsam mit Peer Trilcke dem Potsdamer Organisationskomitee der DHd2021 vorsitzt.

Das Komma vom Potsdamer Schloss Sanssouci (SANS, SOUCI.)

Die Ausrichtung der DHd-Jahrestagung 2021 fügt sich in die strategische Entwicklung der beiden Potsdamer Hochschulen im Feld der Digitalen Wissenschaft im Allgemeinen wie der Digital Humanities im Besonderen ein. 2017 haben die Universität Potsdam und das Hasso-Plattner-Institut gemeinsam die Digital Engineering Fakultät gegründet. Im gleichen Jahr nahm der Sonderforschungsbereich »Datenassimilation – Die nahtlose Verschmelzung von Daten und Modellen« an der Universität Potsdam die Arbeit auf. 2018 folgte die Gründung des »Netzwerks für Digitale Geisteswissenschaften« an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam. Digitale Informations- und Designwissenschaften stehen im Zentrum von Forschung und Lehre an der Fachhochschule Potsdam, die über ausgewiesene Schwerpunkte etwa in den Bereichen »Forschungsdatenmanagement« oder »Visualisierung kultureller Sammlungen« verfügt. Ein kooperativ mit der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelter Masterstudiengang »Digitales Datenmanagement« startet in diesem Jahr.

Der Verband »DHd – Digital Humanities im deutschsprachigen Raum« wurde 2013 gegründet und versteht sich als Forum und formelle Interessenvertretung für alle, die sich in Forschung und Lehre – unabhängig von der Fachdisziplin – im Arbeitsbereich der Digital Humanities engagieren. Derzeit sind über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Mitglied des Verbandes. Der DHd ist assoziiert mit der »European Association for Digital Humanities« (EADH) und damit zugleich im internationalen Dachverband »Alliance of Digital Humanities Organizations« (ADHO) repräsentiert.

Ihre Ansprechpartner*innen

Prof. Dr. Peer Trilcke

Universität Potsdam, Netzwerk für Digitale Geisteswissenschaften, Leiter des Theodor-Fontane-Archivs

Prof. Dr. Peer Trilcke

Prof. Dr. Heike Neuroth

Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften

Prof. Dr. Heike Neuroth