Pressemitteilung13.06.2019

›Fontane Blätter digital‹

Über 100 Hefte der wissenschaftlichen Zeitschrift sind nun frei im Netz verfügbar.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung des internationalen Kongresses »Fontanes Medien (1819–2019)« veröffentlichen das Theodor-Fontane-Archiv der Universität Potsdam, die Theodor Fontane Gesellschaft e.V. und die Universitätsbibliothek Potsdam am 13. Juni 2019 über 100 Hefte der wissenschaftlichen Zeitschrift Fontane Blätter frei zugänglich auf dem Portal Digitales Brandenburg. Seit 2017 haben die drei Institutionen gemeinsam an der Retrodigitalisierung der Fontane Blätter gearbeitet. Dafür wurden über 10.000 Seiten der 1965 vom Theodor-Fontane-Archiv begründeten Zeitschrift durch die Universitätsbibliothek Potsdam gescannt, mit Metadaten versehen und in das Portal Digitales Brandenburg eingespeist, wo nun annähernd 1.200 wissenschaftliche Aufsätze, Editionen, Artikel, Rezensionen und Essays zu Werk, Leben und Wirken Theodor Fontanes online gelesen werden können.

 (öffnet Vergrößerung des Bildes)© TFA

»Mit dem Launch des Angebots ›Fontane Blätter digital‹ machen wir der internationalen Fontane-Forschung, aber auch all den Fontane-Liebhaberinnen und -Liebhabern pünktlich zum Fontane-Jahr 2019, in dem wir den 200. Geburtstag des Autors feiern, ein Geschenk«, sagt Prof. Dr. Peer Trilcke, Leiter des Theodor-Fontane-Archivs in Potsdam. »In den Fontane Blättern ist das Wissen mehrerer Generationen von Fontane-Forscherinnen und -Forschern gespeichert. Dieses Wissen steht nun jedem, der einen Internetzugang hat, zur Verfügung. Damit hat das Fontane-Archiv einen nächsten Meilenstein seiner Digitalstrategie erreicht«, so Trilcke weiter. »Die Fontane Blätter sind seit ihrer Begründung im Jahr 1965 das publizistische Zentrum der Fontane-Forschung«, kommentiert Prof. Dr. Roland Berbig, Vorsitzender der Theodor Fontane Gesellschaft e.V., die seit 1994 gemeinsam mit dem Theodor-Fontane-Archiv als Herausgeber der Fontane Blätter fungiert. »Wichtige Debatten der Fontane-Forschung wurden hier ausgetragen; bedeutende Handschriften, nicht zuletzt zahlreiche Briefe von Fontane, wurden in den Blättern erstmals ediert. Diesen Wissensschatz nun im Internet präsentieren zu können, ist für die Theodor Fontane Gesellschaft ein wichtiger Schritt im Wandlungsprozess zu einer auch digital agierenden Literaturgesellschaft«, so Berbig, der auch Initiator des Fontane-Blogs ist.

»Durch die Veröffentlichung der ›Fontane Blätter digital‹ auf dem Portal Digtales Brandenburg baut die Universitätsbibliothek Potsdam ihr Angebot an frei zugänglichen Online-Publikationen weiter aus«, erklärt Dr. Andreas Kennecke, Leiter des Bereichs ›Publizieren und Digitalisieren‹ an der Universitätsbibliothek Potsdam. »Im Rahmen unserer Open-Access-Strategie verfolgen wir allgemein das Ziel, den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen nachhaltig zu fördern. Dies umfasst auch die Überführung analoger Materialien in die digitale Welt, sofern dies urheberrechtlich möglich ist. Aufgrund der wichtigen Rolle Fontanes für die Kulturregion Brandenburg kommt der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Theodor-Fontane-Archiv in diesem Zusammenhang eine ganz besondere Bedeutung zu«, ergänzt Dr. Peter Kostädt, CIO der Universität Potsdam.

Die Fontane Blätter wurden 1965 als Halbjahresschrift des Theodor-Fontane-Archivs begründet. Seit 1994 werden sie gemeinsam im Auftrag des Theodor-Fontane-Archivs und der Theodor Fontane Gesellschaft e.V. herausgegeben. Sie sind nicht nur ein wissenschaftsgeschichtliches Zeugnis und ein Ort wichtiger Editionen von Materialien von und zu Fontane, sondern bis heute das wichtigste Periodikum der Fontane-Forschung.

Beiträge für die Fontane Blätter werden entsprechend dem Peer-Review-Verfahren von einem unabhängigen Beirat begutachtet. Über die Veröffentlichung entscheiden die Herausgeber gemeinsam mit dem Beirat. Im Sommer 2019 erscheint das 107. Heft der Zeitschrift, zudem sind sechs Sonderhefte erschienen. Die Zeitschrift, die über das Theodor-Fontane-Archiv bezogen werden kann, wird fortan weiterhin als Printpublikationen erscheinen; mit Ausnahme der jeweils letzten zwei Jahrgänge werden die Hefte zugleich sukzessive weiter online veröffentlicht.

Mit dem Portal Digitales Brandenburg (https://digital.ub.uni-potsdam.de) bietet die Universitätsbibliothek Potsdam seit 2011 eine Plattform für die Publikation von Retrodigitalisaten an. Auf diese Weise können sowohl die historischen Bestände der Universitätsbibliothek als auch Sammlungen von Kooperationspartnern in Brandenburg digitalisiert und der Nutzerschaft kostenlos angeboten werden. Themenschwerpunkte bei der Digitalisierung sind Brandenburgica, Judaica und geologische Materialien, wie die Geologischen Karten von Brandenburg. Der Aufbau des Portals im Rahmen des Projekts »Multifunktionale Digitalisierungsplattform der Universitätsbibliothek Potsdam« wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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