Theodor Fontane

Skizze eines Lebenslaufs

Henri Theodor Fontane – geboren am 30. Dezember 1819 in Neuruppin. Zur Schule gegangen (oder auch nicht) ebendort sowie in Swinemünde und Berlin. Beide Eltern entstammen Hugenottenfamilien. Vater Apotheker, zunächst in Neuruppin, später in Swinemünde, Mühlberg und Letschin. Fontane beginnt seine Apothekerlehre in Berlin und arbeitet als Apotheker in Burg, Leipzig, Dresden und Berlin.

  • 1835 erste Begegnung mit Emilie Rouanet-Kummer, seiner späteren Frau. Erste Gedichte. Erste Versuche in Prosa. Erste Übersetzungen aus dem Englischen: Gedichte, Balladen, Shakespeares Hamlet. Wird durch einen Jugendfreund Mitglied im Literarischen Sonntagsverein ›Tunnel über der Spree‹, dem er mehr als 20 Jahre angehört.
  • 1844 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Erste Auslandsreise: mit einem Jugendfreund, der die Reise bezahlt, nach London.
  • 1848 nach eigener Aussage Beteiligung an den Barrikadenkämpfen in Berlin.
  • Politische Journalistik, u.a. einen Artikel »Preußens Zukunft« in der Zeitung »Berliner Zeitungshalle«. Kauf einer eigenen Apotheke aus materiellen Gründen nicht möglich.
  • Ab 1849 freier Schriftsteller. Die ersten beiden Bücher erscheinen: Männer und Helden. Acht Preußenlieder und der Romanzenzyklus Von der schönen Rosamunde.

Literatur zur Vertiefung

Diese Skizzen sollen einen kurzen Überblick über Leben und Wirken Theodor Fontanes geben. Zur Vertiefung empfehlen wir:

Roland Berbig: Theodor Fontane Chronik. 5 Bände. Berlin/New York 2010

sowie die jüngst erschienenen Biographien:

Iwan-Michelangelo D’Aprile: Fontane. Ein Jahrhundert in Bewegung. Reinbek b. Hamburg 2018. – Regina Dieterle: Theodor Fontane. Biografie. München 2018. – Hans-Dieter Rutsch: Der Wanderer. Das Leben des Theodor Fontane. Berlin 2018. – Hans Dieter Zimmermann: Theodor Fontane. Der Romancier Preußens. München 2019.

  • 1850 trennen sich die Eltern ohne Scheidung. Fontane erhält eine kleine Stelle beim preußischen Staat und heiratet. Verlust der Stelle durch Auflösung des Amtes.
  • 1851 neue Stelle bei der ›Zentralstelle für Preßangelegenheiten‹, in deren Auftrag er nach London geschickt wird.
  • 1855 bis 1859 in regierungsamtlichem Auftrag als Presseagent in London. Politische und feuilletonistische Berichte für deutsche Zeitungen.
  • Geburt von sechs Söhnen, von denen drei nach kurzer Zeit sterben, und der Tochter Martha. Rückkehr nach Berlin.
  • 1860 Anstellung bei der Neuen Preußischen (Kreuz-) Zeitung  als »unechter Korrespondent« des englischen Artikels, bis er 1870 dort kündigt.
  • In den Folgejahren Veröffentlichung von Reisebüchern aus England und Schottland. Beginn der Wanderungen durch die Mark Brandenburg als Folge von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, die 1861 erstmals als Buch erscheinen und mehrere Überarbeitungen und Folgebände erleben.
  • Reisen zu den Schauplätzen der Kriege 1864 (gegen Dänemark), 1866 (gegen Österreich) und 1870/71 (gegen Frankreich). Danach erscheinen umfangreiche Kriegsbücher in der trügerischen Hoffnung auf königliche Anerkennung. Mehrmonatige Kriegsgefangenschaft in Frankreich, weil er für einen Spion gehalten wird.
  • 1870 Beginn seiner zwanzigjährigen Arbeit als Theaterkritiker für die Vossische Zeitung.
  • 1876 Versuch einer Beamtentätigkeit, die Fontane nach wenigen Monaten auf eigenen Wunsch wieder beendet.
  • Ab 1878 erscheinen in 20 Jahren 16 Romane und Novellen, beginnend mit Vor dem Sturm bis Der Stechlin, daneben u.a. autobiographische Arbeiten sowie Nachauflagen der Gedichte und der Wanderungen.
  • 1894 wird Fontane Ehrendoktor der Berliner Universität.

Theodor Fontane stirbt am 20. September 1898 in seiner Berliner Wohnung.