Neuigkeiten

Vortrag

»Was bleibt …? Spuren der Geschichte am Potsdamer Pfingstberg«: die Villa Jacobs im Bertiniweg 2

Donnerstag, 15. November 2018, 19 Uhr

Theodor-Fontane-Archiv | Universität Potsdam, Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam

Eintritt: € 5,-

 

Am Donnerstag, den 15. November 2018 um 19 Uhr stellt die Autorin Marianne Ludes im Theodor-Fontane-Archiv die Ergebnisse ihrer Forschungen über die Villa Jacobs im Potsdamer Bertiniweg 2 vor. Am Beispiel der nach historischem Vorbild wiederaufgebauten Villa wird ein Stück Potsdamer Stadtgeschichte anschaulich.

Für den Zuckersiedefabrikanten L. F. Otto Jacobs entwarf der Schinkel-Schüler Ludwig Persius 1835 eine Villa im toskanischen Landhausstil, die am Hochufer des Jungfernsees nahe der historischen Parkanlage des Neuen Gartens errichtet werden sollte. Die Villa war die erste ihrer Art und wurde zum Vorbild für sämtliche Turmvillen in Potsdam. Die dazugehörige Parkanlage gestaltete Peter Joseph Lenné ‒ der einzige Fall, in dem der General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten für einen privaten Auftraggeber tätig wurde.

In der Reihe »Was bleibt …? Spuren der Geschichte am Potsdamer Pfingstberg« des Theodor-Fontane-Archivs führt die Autorin Marianne Ludes ein in die wechselvolle Geschichte von Gebäude und Park. Nachdem die Villa 1980/81 bis auf den Gewölbekeller zerstört worden war, erfolgte zwischen 2006 und 2009 der Wiederaufbau von Gebäude und Gartenanlage nach historischem Vorbild. Heute gehört das Gelände zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Villa Jacobs in den 1920er-Jahren © Marianne Ludes

Buchpräsentation

Fontane. Ein Jahrhundert in Bewegung

Dienstag, 20. November 2018, 20 Uhr

Theodor-Fontane-Archiv | Universität Potsdam, Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam

Eintritt: € 10,- / ermäßigt € 8,-

 

Am Dienstag, den 20. November 2018, um 20 Uhr präsentiert Iwan-Michelangelo D’Aprile sein frisch erschienenes Buch ›Fontane. Ein Jahrhundert in Bewegung‹ in der Potsdamer Villa Quandt. Die Biographie zielt auf die Modernität Fontanes und lädt zur Neulektüre eines literarischen Klassikers ein.

Theodor Fontane war einer der modernsten Autoren seiner Zeit. Als Journalist und Romancier war er ein unermüdlicher Stoffesammler, der mit Genres und Formaten ebenso unternehmungslustig experimentierte, wie er es als Apotheker mit den Arzneimischungen getan hatte. Er schrieb Balladen über amerikanische Dampfschiffe und Eisenbahnunfälle in Schottland, fuhr als früher Pauschaltourist auf hohe See, arbeitete als Korrespondent in London und mischte im fortgeschrittenen Alter energisch im Kulturbetrieb der Hauptstadt des neuen Kaiserreichs mit, wo er den modernen Berliner Gesellschaftsroman begründete und zum Förderer und Idol einer neuen Generation junger Avantgardisten wurde.

Iwan-Michelangelo D’Aprile löst den Autor von ›Effi Briest‹ und ›Der Stechlin‹ aus seinem preußisch-brandenburgischen Nahbereich und sucht Fontane inmitten der beschleunigten, zunehmend elektrifizierten und globalisierten Welt auf, in der er lebte. D’Apriles lebendige und kenntnisreiche Darstellung beleuchtet den großen Schriftsteller immer in Bezug auf die rasanten Entwicklungen des 19. Jahrhunderts und weitet sich so zum Epochenporträt des Zeitalters der Moderne.

Eine Kooperationsveranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros, des Theodor-Fontane-Archivs, der Konrad-Adenauer-Stiftung, des Politischen Bildungsforums Brandenburg und des Rowohlt Verlags

Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D’Aprile © Thomas Roese

Zahlreiche Briefe Fontanes erworben

Gleich zwei umfangreiche Briefkonvolute Fontanes hat das Theodor-Fontane-Archiv im März 2017 aus Privatbesitz erwerben können. Ein weiterer Brief Fontanes kam als Schenkung ins Archiv. Mit einem Brief Anton von Werners kehrt ein Stück aus dem Vorkriegsbestand ins Archiv zurück. Damit kann das Theodor-Fontane-Archiv seine Sammlung − die weltweit größte Sammlung von Fontane-Briefen − um weitere wertvolle Schreiben ergänzen.

Das erste Konvolut umfasst zehn ausführliche und inhaltsreiche Briefe Fontanes, die an seinen langjährigen Freund, den Fabrikanten und Politiker Friedrich Witte (1829‒1893) gerichtet sind. Fontane und Witte lernten einander 1849 als Angestellte einer Apotheke in Berlin kennen ‒ ein Beruf, den keiner von beiden als seine Berufung betrachtete. Entsprechend forderte Fontane am 1. November 1850 Witte dazu auf, »sich mit gutem Humor in das Unvermeidliche einer pharmaceutischen Schandkneipe […] zu finden«. Durch das gemeinsame Interesse für die Literatur entwickelte sich im Folgenden ein intensiver brieflicher Austausch. Das erworbene Konvolut ergänzt die Witte-Sammlung des Archivs um bedeutende Stücke.

Völlig unbekannt war bislang das zweite Konvolut mit sieben Briefen Fontanes, deren Adressat der Münchner Jurist und Literaturliebhaber Franz Xaver Riss (1869‒1960) ist. Riss schrieb zwischen 1894 und 1898 in verschiedenen süddeutschen Zeitungen über Fontane, wodurch dieser auf ihn aufmerksam wurde. Über die erste dieser Besprechungen urteilte Fontane, er habe »nie was Besseres d.h. das Wesen einer Schriftstellerpersönlichkeit Treffendes gelesen, als diese«. Die Briefe wurden in Heft 102 der Fontane Blätter von Nina Rodenhauser, einer Urenkelin von Riss, veröffentlicht.

Unter den Einzelstücken befindet sich ein Schreiben des Malers und Akademiepräsidenten Anton von Werner (1843‒1915) vom 25. September 1876, verfasst nachdem dieser Fontanes Demissionsschreiben als Erster Sekretär der Königlichen Akademie der Künste erhalten hatte: »Übrigens wünschte ich, daß die Akademie […] auch bald – auf mich selbst verzichten möchte! Seit 3 Tagen bin ich hier, aber noch nicht in mein Atelier, geschweige denn an’s Malen gekommen […].«



Über Erweiterungen unserer Sammlungen informieren wir auch in den Fontane Blättern.

Die laufenden Bibliographien (Primär- und Sekundärliteratur) aus den Heften 53/1992 bis 104/2017 finden Sie hier.