Die Geschichte des Theodor-Fontane-Archivs
geht bis in das Jahr 1898, das Todesjahr Fontanes, zurück. Seine
Bestände gingen aus dem Nachlaß Fontanes hervor, und zwar denjenigen
Teilen, die im Jahre seiner Gründung 1935 noch vorhanden waren.
Zunächst befand sich dieser Nachlaß im Besitz der Familie und
wurde durch eine Nachlaßkommission betreut. Von 1919 bis 1933
betreute Fontanes jüngster Sohn, der Verleger Friedrich Fontane,
die Sammlung und bemühte sich um weiteren Ankauf von Autographen
und Literatur. Erst als alle Bemühungen gescheitert waren, die
Nachlaßbestände geschlossen an die Preußische Staatsbibliothek
zu veräußern und nach einer Versteigerung im Jahre 1933 die weitere
Zersplitterung des Nachlasses durch Einzelverkäufe bevorstand,
gelang es, durch den Ankauf der Sammlung durch die Brandenburgische
Provinzialverwaltung und die Gründung des Fontane-Archivs eine
dauerhafte Lösung zu finden. Das zunächst der Landesbibliothek
zugeordnete Archiv hat seit 1939 seinen Sitz in Potsdam.
Noch in den letzten Wochen des zweiten Weltkriegs erlitt auch
das Fontane-Archiv einen erheblichen Verlust: fast drei Viertel
seiner Bestände gingen verloren. Diese Verluste, über die eine
eigene Dokumentation informiert, konnten bis heute nicht wieder
wettgemacht werden. Der Neuaufbau des Archivs nach dem Krieg begann
1947 in Potsdam, zunächst als Teil der Brandenburgischen Landesbibliothek,
dann der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin (DDR) und später als
selbständige Einrichtung des Landes Brandenburg. Durch die
Sammlungstätigkeit, durch Ausstellungen und eigene Publikationen
machte man schnell wieder auf sich aufmerksam, so daß sich das
Archiv zu einem bedeutenden Literaturarchiv entwickelte, das sich
internationaler Bekanntheit erfreut. Seit dem 1. Januar 2007 ist das
Theodor-Fontane-Archiv Teil des Brandenburgischen Landeshauptarchivs.
Literatur zum Thema: Theodor-Fontane-Archiv
Potsdam 1935-1995. Berichte, Dokumente, Erinnerungen
hrsg. von Manfred Horlitz. Potsdam 1995. 206 S.