Erwerbungen

Kontinuierlich erweitern wir unsere Sammlungen durch Erwerbungen, gelegentlich auch Schenkungen, und informieren darüber in den Fontane Blättern. Zu den herausragenden Ereignissen auf diesem Gebiet gehören:

Die Tagebücher

1993 konnten drei von acht verloren geglaubten Tagebüchern Fontanes aus Privatbesitz erworben und anschließend erstmals publiziert werden.

Die Fontane-Sammlung Christian Andree

1997 ging die größte deutsche Privatsammlung an Fontane-Autographe und Fontaneana in das Eigentum des Fontane-Archivs über. Die Sammlung konnte mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Bundes, des Landes Brandenburg und privater Förderer erworben werden. Sie enthält zahlreiche Briefe, Dokumente und prominente Werkmanuskripte wie etwa den Schluss des Romans Der Stechlin, das Schlusswort der Wanderungen durch die Mark Brandenburg und frühe Entwürfe zu Fontanes Roman-Erstling Vor dem Sturm. Im April 1997 wurde die Sammlung in unserem Hause feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Eine illustrierte Dokumentation erschien als Patrimonia-Heft Nr. 142 der Kulturstiftung der Länder (vgl. Publikationen).

Unbekannte Briefe an den Verleger Müller-Grote

Ende 1999 gelang es uns, in einem turbulenten Bietergefecht bei einer Hamburger Auktion zehn unbekannte Briefe Fontanes an seinen Verleger Carl Müller-Grote zu erwerben. Die Briefe geben erstmals Aufschluss über diese Autor-Verleger-Beziehung und die Publikationsgeschichte der Kriminalnovelle Unterm Birnbaum. Die Briefe wurden in den Fontane Blättern veröffentlicht.

Oceane kehrt zurück

Im Jahre 2001 widerfuhr uns ein Glücksfall, der in der Geschichte deutscher Literaturarchive seinesgleichen sucht: Die Stadtbibliothek Wuppertal schenkte uns das Autograph des berühmten Erzählfragments Oceane von Parceval und 20 Briefe Fontanes an die Familie. Die Handschriften stammten aus dem Vorkriegsbestand unseres Hauses, waren am Ende des Zweiten Weltkriegs wie ein Großteil des Handschriftenbestandes unter ungeklärten Umständen verloren gegangen und später von der Stadtbibliothek Wuppertal aus Privatbesitz erworben worden. Die Handschriften wurden am 20. September 2001 in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Dr. Johannes Rau vom Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal feierlich übergeben. Zu diesem Anlass erschien die Festpublikation Oceane kehrt zurück (vgl. Publikationen).

Mein lieber Wolfsohn aus Odessa

Im Frühjahr 2002 konnten wir vom Leo Baeck Institute Jerusalem 43 Briefe Fontanes an seinen Jugendfreund, den aus Odessa stammenden jüdischen Publizisten, Übersetzer und Schriftsteller Wilhelm Wolfsohn erwerben. Die Briefe galten seit ihrer ersten Publikation als verschollen. In Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institute veranstalteten wir im Oktober 2004 im Jüdischen Museum Berlin eine Arbeitstagung und publizierten die Briefe in dem Band Theodor Fontane und Wilhelm Wolfsohn – eine interkulturelle Beziehung, erschienen 2006 im Mohr Siebeck Verlag (vgl. Publikationen).

Berlin und die Berliner

Im Herbst 2006 gelang es uns, bei einer Auktion des Hauses Christie’s, London fünf Fontane-Manuskripte mit den Titeln Adel und JudentumDie Juden in unserer GesellschaftWie man in Berlin so lebtBerliner Ton und Berliner Sprechanismus und einen Brief an Ernst Kossak zu erwerben. Die Manuskripte waren bei der Versteigerung des Fontane-Nachlasses durch das Auktionshaus Meyer & Ernst im Jahre 1933 veräußert worden und befanden sich in der Folge in Privatbesitz.

Mein lieber alter Theo

Im Juni 2007 konnte ein Konvolut mit 106 eigenhändigen Briefen Fontanes an seinen Sohn Theodor erworben werden, das bei der Versteigerung des Fontane-Nachlasses durch das Auktionshaus Meyer & Ernst im Jahre 1933 veräußert worden war und nach dem Krieg als verschollen galt, sich aber tatsächlich in Privatbesitz befand. Das Konvolut konnte mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft zusammen mit der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz erworben werden und wird im Fontane-Archiv aufbewahrt.

Briefe an Gustav Karpeles

Im November 2009 konnten wir mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft bei einer Auktion in Basel eine Sammlung von 23 eigenhändigen Briefen Fontanes an den Redakteur und deutsch-jüdischen Literaturhistoriker Gustav Karpeles erwerben.

Die Briefe an Fritz Mauthner

Im November 2010 konnten wir bei einer Hamburger Auktion 56 Briefe Fontanes an den Publizisten, Schriftsteller und Sprachphilosophen Fritz Mauthner erwerben. Diese Briefe, die sich in Privatbesitz befanden, waren der Forschung nur durch die Veröffentlichung in den Fontane Blättern im Jahre 1984/85 bekannt. Sie konnten mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam erworben werden.

Und dazu der »alte Fontane« …

Bei der Hamburger Auktion im November 2010 kamen auch die Briefe Fontanes an den Schmiedeberger Amtsrichter Georg Friedlaender zur Versteigerung. Auch diese seit ihrer Erstveröffentlichung durch Kurt Schreinert berühmten Briefe konnten wir mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam erwerben.

»Verehrteste, Geliebteste, Arbeitsamste etc.«

Im April 2013 ist es uns gelungen, bei einer Auktion des Hauses Stargardt achtzehn Briefe Fontanes an seine Frau Emilie zu ersteigern. Ermöglicht wurde diese Erwerbung durch die Unterstützung der Kulturstiftung der Länder. Damit können wir unsere Sammlung von Briefen aus dem Ehebriefwechsel um wertvolle Stücke ergänzen. Die erworbenen Briefe stammen aus Fontanes letzten zehn Lebensjahren, einer Periode, aus der Briefe Fontanes an seine Frau bislang nur in Abschriften bekannt waren. Drei Briefe der Serie waren der Forschung sogar völlig unbekannt.