Archiv

Unsere Handschriftensammlung ist hervorgegangen aus dem Nachlass Theodor Fontanes, soweit er 1935 durch die Brandenburgische Provinzialverwaltung erworben werden konnte (vgl. Wer sind wir?).

Die Sammlung umfasst derzeit ca. 20.000 Blatt Originalhandschriften, d.h. Manuskripte zu Romanen, Erzählungen, Gedichten, den Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Kritiken und Essays, Notiz-, Tage- und Haushaltsbücher. Herausragend ist unsere Briefsammlung zu nennen, die wohl umfangreichste Sammlung von Briefen von und an Fontane. Außerdem enthält sie etwa 12.000 Blatt Abschriften und Kopien von zum Teil verschollenen Handschriften Fontanes

Die Handschriftensammlung wird durch kontinuierliche Erwerbungstätigkeit fortlaufend erweitert.

Nachlässe …

Neben dem Nachlass Theodor Fontanes gibt es in unserem Hause weitere Vor- und Nachlässe von Personen, die mit der Erschließung und Erforschung seines Werkes und seiner Zeit in Beziehung stehen. An erster Stelle ist hier das Archiv des von Fontanes Sohn Friedrich geführten Verlages F. Fontane & Co. zu nennen.

Aus der Sammeltätigkeit Friedrich Fontanes hervorgegangen ist auch die Zeitungsausschnitt-Sammlung, die durch das Fontane-Archiv jahrelang kontinuierlich erweitert wurde. Hinzu kommen die Fontane-Kartei von Ulrich von Stoltzenberg, die »Sammlung Paul Emden« (als Leihgabe der Humboldt-Universität zu Berlin), Dokumente aus dem Verlagsarchiv von Berthold Spangenberg sowie die Arbeitsmaterialien bzw. Gelehrtennachlässe von Charlotte Jolles, Otto Drude, Gotthard Erler und Renate Böschenstein.

Leihgaben …

Um der Forschung und Öffentlichkeit einen möglichst umfangreichen Fundus von Materialien und das dazugehörige Knowhow konzentriert an einem Ort zur Verfügung stellen zu können, haben einige Institutionen sich 1965 entschlossen, ihre Sammlungen von Fontane-Handschriften als Leihgaben dem Fontane-Archiv zu überlassen. Somit befinden sich in unserer Handschriftensammlung seit fast 50 Jahren Leihgaben der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, der Bibliothek der Humboldt Universität zu Berlin sowie Deponate privater Eigentümer.

Das Bild- und Medienarchiv …

Das Fontane-Archiv besitzt eine Sammlung von ca. 1.500 Bilddokumenten (Fotographien, Gemälden, Drucken), zum Beispiel Portraits von Fontane in verschiedenen Lebensaltern, Fotographien seiner Familie oder von Vorbildern seiner Romanfiguren. Daneben verfügen wir auch über eine Sammlung von Film- und Tondokumenten.

Restaurieren …

Da unsere Handschriften überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, ist der Restaurierungsbedarf hoch. Dem Zerfall des säurehaltigen, wenig haltbaren Papiers muss durch gezielte Restaurierungsmaßnahmen entgegen gewirkt werden. Aus diesem Grund arbeiten wir mit verschiedenen Restauratoren und mit dem European Research Centre for Book and Paper Conservation-Restoration zusammen. 2002 wurde der gesamte Handschriftenbestand digitalisiert – ein Beitrag zur Bestandserhaltung, der mit Neuerwerbungen laufend fortgesetzt wird. 2009 konnte die gesamte »Sammlung Christian Andree« sowie besonders gefährdete Teile der Manuskript-Handschriften restauriert werden.

Informationen zugänglich machen …

Die historisch gewachsenen alphabetischen, chronologischen und systematischen Zettelkataloge des Fontane-Archivs werden derzeit in einen elektronischen Katalog überführt. Die Erschließung erfolgt nach den Regeln für die Erschließung von Nachlässen (RNA). Der Katalog soll nach seiner vollständigen Konversion als OPAC_Handschriften zugänglich sein. Die Erschließungsdaten werden in der Handschriftendatenbank Kalliope nachgewiesen. In unserem Lesesaal können die digitalen Sammlungen an eigenen Arbeitsplätzen eingesehen werden.