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Vortrag

»Theodor Fontane, Ludwig Traube und die Digitalis-Droge«

Donnerstag, 14. September 2017, 19.00 Uhr

Theodor-Fontane-Archiv, Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, Potsdam

Eintritt: € 5,- (freier Eintritt für Mitglieder der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Theodor-Fntane-Archivs e.V.)

Am Donnerstag, den 14. September 2017, um 19 Uhr ist der Mediziner Dr. Dietmar Seifert zu Gast im Theodor-Fontane-Archiv. Im Mittelpunkt seines Vortrags steht die Digitalis purpurea, besser bekannt als roter Fingerhut: ihre symbolische Bedeutung im Werk Theodor Fontanes und ihre pharmakologische Wirkung in den Untersuchungen Ludwig Traubes.

Ein einziges Mal nur erwähnt Fontane, den zu seiner Zeit berühmten Herzspezialisten Ludwig Traube (1818‒1876) konsultiert zu haben. Der Schriftsteller litt an einem Herzklappenfehler, was der Mediziner vermutlich bestätigt hat. Gleichwohl verbindet beide eine lebenslange Beschäftigung mit der aus dem roten Fingerhut gewonnenen Digitalis-Droge. Während Traube ihre Wirkungsweise und ihre optimale Dosierung zu klären suchte, nutzte Fontane das poetische Potenzial der Pflanzensymbolik und setzte sie in seinen Novellen und Romanen dort ein, wo es um Leben und Tod ging.

»Ja, Engelke, nu geht es los. Fingerhut«, kommentiert der alte Major von Stechlin in Fontanes letztem Roman das Etikett eines Fläschchens, das ihm sein Diener bringt. Das zeitgenössische Lesepublikum dürfte sofort verstanden haben, dass dem Kranken ein Mittel gegen Herzinsuffizienz verschrieben worden war. Mit der Digitalis-Droge behandelt wird auch die Adoptivmutter von Lene Nimptsch, der Hauptfigur von Irrungen, Wirrungen. In Cécile begeht die Titelheldin durch die Einnahme einer Überdosis Selbstmord.

Sowohl Fontane als auch Traube litten selbst an Herzkrankheiten, denen sie letztlich erlagen. Die medizinischen Grundlagen ihrer Erkrankungen wird Dietmar Seifert, selbst Facharzt für Innere Medizin und Kardiologe, in seinem Vortrag auf eine dem Laien verständliche Weise ebenfalls darstellen.


Roter Fingerhut © Stanze ‒ CC BY 2.0



Über Erweiterungen unserer Sammlungen informieren wir auch in den Fontane Blättern.

Die laufenden Bibliographien (Primär- und Sekundärliteratur) aus den Heften 53/1992 bis 103/2017 finden Sie hier.