Veranstaltungen

Filmvorführung und Gespräch

»Vom Büchermachen in finsterer Zeit«:
der Exil-Verleger Fritz Landshoff

Donnerstag, 22. September 2016, 18.00 Uhr

Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a, Potsdam

Eine gemeinsame Veranstaltung des Filmmuseums Potsdam und des Theodor-Fontane-Archivs der Universität Potsdam

Als Direktor des Querido Verlages in Amsterdam war Fritz Landshoff eine der profiliertesten Verlegerpersönlichkeiten des deutschen Exils von 1933 bis 1945 und verlegte zahlreiche Autoren, die nach 1945 zu den Autoren des Aufbau-Verlages gehörten. Als er auf Einladung des Lektors Gotthard Erler im Frühjahr 1982 den Aufbau-Verlag besuchte, entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu Landshoffs Tod 1988 währte. Die Autobiographie, die Landshoff schreiben sollte, kam zwar nicht zustande, wohl aber der biographische Band Amsterdam. Keizersgracht 333 und der Dokumentarfilm Vom Büchermachen in finsterer Zeit.

Vor kurzem ist dem Theodor-Fontane-Archiv der Vorlass Gotthard Erlers anvertraut worden. Damit wird der Bestand des Archivs an Nachlässen und Sammlungen von Fontane-Forschern um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzt. In einem der 25 Archivkästen des Vorlasses findet sich Material zu dem von Erler gemeinsam mit Karlheinz Mund gedrehten Dokumentarfilm über Landshoff. Für das Archiv ist Landshoff auch insofern von Interesse, als er als erster mit einer Arbeit über Fontane promoviert wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam zeigt das Theodor-Fontane-Archiv den Dokumentarfilm Vom Büchermachen in finsterer Zeit. Einleitend dazu findet ein Gespräch mit Gotthard Erler und Karlheinz Mund statt. Eröffnet wird der Abend mit der Vorführung eines weiteren Dokumentarfilms von Karlheinz Mund, Theodor Fontane ‒ Wanderungen durch die Mark, einer der ersten deutsch-deutschen Koproduktionen auf diesem Gebiet.

Eintritt:
für Theodor Fontane ‒ Wanderungen durch die Mark € 3,-
für Vom Büchermachen in finsterer Zeit € 6,- (erm. € 5,-)

Wenn Sie eine von 30 Freikarten bekommen wollen, senden Sie uns eine E-Mail (fontanearchiv[at]uni[minus]potsdam[dot]de). Die ersten 30 E-Mail-Schreiber erhalten je eine Freikarte für beide Vorstellungen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Fritz Landshoff und Gotthard Erler (li.); © Theodor-Fontane-Archiv | Universität Potsdam

Tagung

Formen ins Offene. Zur Produktivität des Unvollendeten
Internationale wissenschaftliche Tagung des Theodor-Fontane-Archivs
Donnerstag, 13. bis Samstag, 15. Oktober 2016
Pfingstberghaus, Große Weinmeisterstraße 45a, Potsdam

»Bruchstücke sind besser als Ganzes.« (Fontane an Rodenberg, 1892)

Wer sich im Umkreis von Archiven bewegt, hat es mit Entwürfen, Fragmenten, Notizen – kurz mit Formen zu tun, die, gemessen am Paradigma des Werkes, als Formen des Unfertigen, Unabgeschlossenen, Unvollendeten bezeichnet werden können. Obgleich keineswegs ausgemacht ist, dass solche Formen des Unvollendeten sich in wesentlicher Beziehung zum Oeuvre eines Künstlers befinden, wird seine Rezeption schon durch das Faktum ihres Vorhandenseins in Archiven, zumal in Zeiten der neuen Medien, geprägt. Die Beziehung von vollendeten und unvollendeten Formen im Oeuvre eines Künstlers bedarf jeweils neu der Klärung.

Unter den Schriftstellern des späten 19. Jahrhunderts ist Theodor Fontane einer der wenigen, der eine große Anzahl von Entwürfen hinterlassen hat, die sich nicht eindeutig als Vorstufen auf ein schließlich vollendetes Werk beziehen lassen. Schon früh erfuhren diese Texte editorische und interpretative Aufmerksamkeit. Obgleich sie als eigenes Genre im Ensemble des überlieferten Fontane’schen Oeuvres kanonisiert sind − das Fontane-Handbuch widmet ihnen einen eignen Abschnitt −, stellen sie für Editoren und Interpreten immer wieder eine Herausforderung dar.

Anlässlich des Erscheinens des Bandes mit Fontanes Erzählfragmenten veranstaltet das Theodor-Fontane-Archiv ein Symposium zur Frage nach der »Produktivität des Unvollendeten«. Der Begriff der Produktivität hebt dabei zum einen ab auf das Poetische, verstanden im ursprünglichen Sinn des Handwerklichen/des Herstellens (ποιητική τέχνη) im künstlerischen Schaffensprozess, das möglicherweise aus unvollendeten Werkformen deutlicher ersichtlich ist als aus vollendeten. Zum anderen zielt unsere Frage auf die Produktivität der Rezipierenden, deren Lektüre und Interpretation durch Entwürfe, Fragmente, Unfertiges etc. möglicherweise in besonderer Weise herausgefordert wird. Schließlich soll nach den Wirkungen der Präsenz des Unvollendeten auf die Gesamtimago des Oeuvres eines Künstlers und auf unsere Lektüreerwartungen und -gewohnheiten gefragt werden. In Betracht kommen neben den Erzähltexten auch Entwürfe und Fragmente anderer Genres (z.B. Lyrik, journalistische Texte etc.) im Werk Fontanes und der Literatur und Künste seiner Zeit.

Das Tagungsprogramm und die Anmeldungsformalitäten finden Sie hier.

Bitte richten Sie Ihre Anmeldungen oder Rückfragen an

Theodor-Fontane-Archiv | Universität Potsdam
Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47
14469 Potsdam

Tel.: 0331-20139-6
Fax: 0331-20139-70
E-Mail: fontanearchiv[at]uni[minus]potsdam[dot]de



Detaillierte Informationen zu unserem Veranstaltungsprogramm im Jahr 2016 finden Sie hier.

Um Sie auf dem Laufenden zu halten, schicken wir Ihnen gerne eine E-Mail zu jeder Veranstaltung. Bitte teilen Sie uns dafür Ihre E-Mail-Adresse mit.