Veranstaltungen

Vortrag

Friedrich Carl Andreas:
ein Sohn der vier Himmelsrichtungen

Donnerstag, 7. Juli 2016, 19.00 Uhr

Lepsiushaus Potsdam
Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

Eine gemeinsame Veranstaltung des Lepsiushauses Potsdam und des Theodor-Fontane-Archivs der Universität Potsdam

Der Orientalist Friedrich Carl Andreas (1846−1930) ist heutzutage allenfalls als Ehemann Lou Andreas-Salomés bekannt. Kaum jemand weiß, dass er auch jenseits der »offenen Beziehung« mit der Schriftstellerin ein höchst ungewöhnliches Leben geführt hat. Am Donnerstag, den 7. Juli 2016 um 19 Uhr wird der Göttinger Wissenschaftler Martin Tamcke den Ausnahmegelehrten vorstellen. Zu dem Vortrag laden das Lepsiushaus Potsdam und das Theodor-Fontane-Archiv der Universität Potsdam gemeinsam ein.

Nur schlaglichtartig lässt sich die facettenreiche Biographie Andreas’ zusammenfassen: Er wurde als Nachkomme armenischer, malaiischer und deutscher Vorfahren in Indonesien geboren und wuchs in Hamburg und Genf auf, studierte Orientalistik und nahm als Freiwilliger am Deutsch-Französischen Krieg teil, ging mit einer preußischen Forschungsexpedition in den Iran, wo er einige Jahre blieb, hatte einen deutschen Lehrstuhl inne, den er nach einem Rechtsstreit mit dem preußischen Kultusministerium wieder verlor, und wirkte schließlich wissenschaftlich international von der Georg-August-Universität Göttingen aus. Er reiste mit seiner Frau, der Freundin Nietzsches und Freuds, und deren Freund Rilke nach Russland und besuchte Tolstoi, erwarb sich große Verdienste um die praktische Ausbildung von Missionaren für Kurdistan und Zentralasien sowie um die wissenschaftliche Erschließung von Texten und der religiösen Bewegung der persischen Babis. Und nicht zuletzt nahm er Stellung zu dem Völkermord, der an den Armeniern verübt wurde

Martin Tamcke, geboren 1955, Professor für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen, Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, Consultant bei Pro Oriente sowie Mitglied der Kommission für den Dialog der EKD mit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Forschungsschwerpunkte: Ostkirchenkunde, Christlich-Islamische Koexistenz, Syrische Kirchengeschichte, Orientalisch-Okzidentale Interaktion.

Eintritt: € 5,- (freier Eintritt für Mitglieder der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Theodor-Fontane-Archivs)

Um Anmeldung unter 0331−20139−6 oder fontanearchiv[at]uni[minus]potsdam[dot]de wird gebeten.


Lou Salomé und Friedrich Carl Andreas, 1886

Detaillierte Informationen zu unserem Veranstaltungsprogramm im Jahr 2016 finden Sie hier.