Wer sind wir?

Wir sind ein Literaturarchiv und eine wissenschaftliche Einrichtung der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Person und Werk von Theodor Fontane (1819−1898), seine Zeit und Zeitgenossen.

Aufbauend auf Fontanes literarischem Nachlass verfügt das Theodor-Fontane-Archiv über einen umfangreichen Bestand an Handschriften, Dokumenten und Realien, der durch Erwerbungen kontinuierlich ergänzt und durch andere Rezeptionszeugnisse erweitert wird. Als Literaturarchiv bewahren wir diese Sammlungen, erschließen sie für die wissenschaftliche Nutzung und machen sie der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich.

Unsere Bibliothek enthält sämtliche Literatur von und über Fontane, Übersetzungen seiner Werke sowie Literatur aus seiner Epoche und seinem Umfeld. In Sondersammlungen finden Sie Bild- und Tonmaterial und eine aus dem Verlagsarchiv von Fontanes Sohn Friedrich hervorgegangene Sammlung von Zeitungsausschnitten. Über die Bestände unseres Archivs und unserer Bibliothek informieren Sie sich bitte in den OPACs.

Als wissenschaftliche Einrichtung betreiben wir Grundlagenforschung, veranstalten Editionen und laden zu Symposien ein. In Kooperation mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region initiieren, fördern und veranstalten wir wissenschaftliche Forschungsprojekte. Als Gedächtnisinstitution zu Fontane und seiner Zeit laden wir zu Vorträgen, Lesungen, Führungen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen in die Villa Quandt am Potsdamer Pfingstberg ein.

Zur Geschichte des Theodor-Fontane-Archivs …

Der Nachlass Theodor Fontanes befand sich nach seinem Tod im Jahre 1898 in Familienbesitz und wurde von einer testamentarisch eingesetzten Kommission betreut. Nach dem Scheitern von Verhandlungen mit der Preußischen Staatsbibliothek über einen Ankauf kam es am 9. Oktober 1933 zur Versteigerung des Nachlasses durch das Auktionshaus Meyer & Ernst. Der umfangreiche nicht veräußerte Rest wurde von Friedrich Fontane, dem einzigen damals noch lebenden Sohn Fontanes, geordnet und durch Rückerwerbungen ergänzt.

Im Jahre 1935 erwarb die Provinzialverwaltung Brandenburg diesen Nachlassteil mitsamt der von Friedrich Fontane angelegten Sammlung sowie den seinen Vater betreffenden Teil seines Verlagsarchivs und gründete das Theodor-Fontane-Archiv als Literaturarchiv der Provinz Brandenburg.

Das Fontane-Archiv nahm unmittelbar nach der Gründung seine Tätigkeit auf und konnte bis in die Kriegsjahre hinein seine Bestände beträchtlich erweitern. Zu den ersten Mitarbeiterinnen zählte Charlotte Jolles als Doktorandin von Julius Petersen. Im letzten Kriegsjahr kam es im Zuge der Auslagerungen zu erheblichen Verlusten an Beständen, deren Verbleib bis heute nicht geklärt werden konnte (vgl. www.lostart.de).

Nach 1948 wurde das Fontane-Archiv als Abteilung der Landes- und Hochschulbibliothek Brandenburg weitergeführt, seit 1969 als Abteilung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin (DDR). In den Jahren nach 1989 wurde die drohende Auflösung des Fontane-Archivs durch seine Neugründung als selbständige Einrichtung des Landes Brandenburg abgewendet. Seit 1992 konnte es sich durch seine wissenschaftliche Arbeit und durch beträchtliche Erwerbungen als national bedeutendes Literaturarchiv profilieren und seine Sammlungen erheblich erweitern.

Im Oktober 2007 bezog das Fontane-Archiv die Villa Quandt am Potsdamer Pfingstberg, die mit Mitteln der Hermann-Reemtsma-Stiftung, Hamburg und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für die Nutzung durch das Fontane-Archiv wieder hergestellt werden konnte. Im selben Jahr wurde es verwaltungstechnisch an das Brandenburgische Landeshauptarchiv angegliedert. Am 1. Juli 2014 wurde das Fontane-Archiv als wissenschaftliche Einrichtung der Philosophischen Fakultät in die Universität Potsdam eingegliedert.