Villa Quandt

Die Villa Quandt liegt in der historischen Parklandschaft des Potsdamer Pfingstbergs, die mit dem Belvedere und dem nahe gelegenen Schloss Cecilienhof im Neuen Garten zum Ensemble des Unesco Weltkulturerbes gehört. In der unmittelbaren Nachbarschaft befinden sich das Lepsiushaus und die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße. Fußläufig zu erreichen sind die Russische Kolonie Alexandrowka aus der Zeit Friedrich Wilhelms III. mit dem Museum Alexandrowka und der historische jüdische Friedhof.

Mit der Villa Henckel und der Villa Lepsius gehört die Villa Quandt zu den vornehmen Villen der Nauener Vorstadt. Von wem und wann die Villa erbaut wurde, ist nicht bekannt. Die ältesten baulichen Zeugen stammen aus der Zeit um 1800, nachweisbare bauliche Umgestaltungen aus den Jahren zwischen 1831 bis 1833. Ihren Namen erhielt die Villa von der Kriegsrätin Ulrike Augusta von Quandt, die die Liegenschaft 1833 erwarb, jedoch schon zwei Jahre später wieder veräußerte.

Seit 1841 in königlichem Besitz befindlich, wurde das Gebäude 1860 in die Parkanlagen am Pfingstberg einbezogen. Seine heutige bauliche Gestalt erhielt es im Zuge der Umgestaltung, die durch Prinz Oskar Karl Gustav Adolf von Preußen, den fünften Sohn Wilhelms II., vorgenommen wurde, der das Gebäude seit seiner Eheschließung im Jahre 1914 mit seiner Familie bewohnte.

Nach der Besetzung Potsdams durch die sowjetischen Truppen im Jahre 1945 lag die Villa Quandt im militärischen Sperrgebiet und späteren Hauptquartier der Militärverwaltung, das als sogenanntes Militärstädtchen Nr. 7 bekannt wurde. Welche Nutzungen die Villa Quandt während dieser Zeit erfuhr, konnte bisher nicht geklärt werden. Nach dem Abzug der sowjetischen Armee und der Übernahme der Villa durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 1993/94 erfolgten umfangreiche Rückbau- und Sicherungsmaßen.

Die Rettung und Wiederherstellung der Villa Quandt für die Nutzung durch das Theodor-Fontane-Archiv gelang endlich mit Mitteln der Hermann Reemtsma Stiftung, Hamburg und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Im September 2007 konnte das Gebäude bezogen werden. Es beherbergt neben dem Fontane-Archiv auch das Brandenburgische Literaturbüro. Zu Villa und Quartier vgl. Was bleibt …? Spuren der Geschichte am Potsdamer Pfingstberg (Potsdam 2008). Diese Broschüre können Sie hier erwerben.